Leinenführigkeit

Das große Thema Leinenführigkeit wirft endlos lange Diskussionen in der Hundewelt auf, so auch in den Internetforen.  Meiner Meinung nach sollte der Hund sauber und ohne zu ziehen an der lockeren Leine laufen können. Nun ist es auch hier, wie bei vielen anderen Dingen im Leben so, dass viele Wege nach Rom führen. Es gibt viele Varianten, dem Hund zu vermitteln, dass er nicht wie ein Stier ziehen soll: Stehenbleiben und warten bis Wuffi schaut, dann loben, dann warten bis Leine locker ist, dann erst weiterlaufen, oder Richtungswechsel einbauen, den Hund mit der Hand nach hinten befördern. All das sind legitime Mittel, jedoch muss nicht jedes bei jedem Hund so funktionieren, weil der Hund trotzdem oftmals nicht versteht, warum er denn jetzt nicht ziehen soll.

 

Meine Erfahrung geht dahin, dass der Hund zunächst lernen muss, den vom Besitzer vorgegebenen Aktionsraum (Leinenradius) zu aktzeptieren, was ohne Einführen eines Signals geschieht.  Viele Hunde laufen ohne Leine besser mit, was seinen guten Grund hat. Die Einwirkung durch die Leine verunsichert den Hund, weil der Halter - selbst oft verunsichert ist - einfach im falschen Moment an der Leine ruckelt und zuckelt und das Lob ebenfalls nicht zum richtigen Zeitpunkt kommt. Das aktive Hilfsmittel ist damit nicht die Leine, sondern vielmehr der Halter. Grundsätzlich sollte beim Erlernen der Leinenführigkeit die Aufmerksamkeit des Hundes zum Halter sichergestellt sein, erst dann folgt der nächste Schritt.

 

Was die Halsung betrifft, so ist es zunächst völlig egal,  ob der Hund ein Halsband trägt oder Geschirr, um ihn zu befestigen. Zieht ein Hund aber nun mal wie ein Stier, so können sowohl bei den Leinen als auch beim Geschirr Probleme  bei unsachgemäßer Anwendung entstehen. So sitzen viele Geschirre so schlecht, dass sie viel zu nah am Vorderbein (in der Achsel) lagern bzw. große Teile des Schulterblatts bedecken und damit die freie Bewegung behindern. Das ständige Scheuern des Geschirrs in der Achsel verursacht Schmerzen. Um also die freie Beweglichkeit der Vorderbeine nicht zu behindern, sollten die Schultern ausgespart werden. Fakt ist, ein Halsband ist genauso ein legitimes Hilfsmittel wie das Geschirr bei entsprechend korrekter Anwendung.