Einen Hund dazu zu bringen, nicht an der Leine zu ziehen, hat zunächst nichts damit zu tun, ob er ein Halsband oder ein Geschirr trägt. Das Tragen eines Halsbandes ist sicher die traditionellste Herangehensweise, was den Menschen vertrauter und einfacher vorkommt. Da unsere Welpen anfangs noch sehr ungeübt sind, bin ich davon überzeugt, dass zunächst ein Geschirr die bessere Alternative ist, da der Welpe nun einmal zieht. Bei einem Geschirr befindet sich der Druckpunkt auf der Brust und nicht am Hals. Wenn man sich mal überlegt, wie empfindlich die Halswirbelsäule noch bei den Kleinen ist, wie Luftröhre und Kehlkopf extrem belastet werden können bei Zug auf den Hals, ist man doch als moderner Hundehalter geneigt, diesen Zustand seinem Schützling zu ersparen. Außerdem gibt es Hunderassen, die extrem klein und zart sind (Chihuahuas oder Zwergpudel) wo ein Halsband den Hals schädigen kann. Auch Rassen, wie Möpse, französische Bulldogen profitieren aufgrund ihrer Prädisposition für Atmungskomplikationen von einem Geschirr. Das Halsband, oder aber auch Retriever- oder Moxonleine mit Stopp, benutze ich bei meinen eigenen Hunden sehr gern. Im Übrigen muss man auch bei einem Geschirr darauf achten, dass es wirklich gut sitzt, sonst erreicht man schlimmstenfalls das Gegenteil. Denn Schmerzen können nicht nur durch Leinenruck und ständiges Ziehen verursacht werden, sondern auch dann, wenn das Geschirr zu eng sitzt, damit schmerzhaft auf die Wirbesäule oder auf den Brustbeinknochen drückt oder aber auch dann, wenn keine freie und unbehinderte Bewegung der Vordergliedmaße einschließlich des Schulterblatts möglich ist. Das ist dann der Fall, wenn die Gurtgeschirre den Brustkorb viel zu nah am Vorderbein (also in der Achsel) umfassen oder wenn sie in ständiger Schieflage um den Hundekörper herumschlottern.