Die Sache mit dem aggressiven Verhalten

Zunächst gehört die Aggression zum ganz normalen Verhalten bei unseren Hunden, und zwar wenn es darum geht, wichtige Ressourcen zu verteidigen oder aber auch um sich selbst zu schützen (Abwehrverhalten). Natürlich spielt es eine nicht unerhebliche Rolle, in welchem Ausmaß dieses Verhalten zutage tritt. Beispielsweise sind Aggressionen gegenüber der eigenen Bezugsperson durchaus möglich, wenn der Mensch möglicherweise  - und das geschieht meist unbeabsichtigt - entweder die wichtigen Grundbedürfnisse des Hundes nicht erkennt oder viel häufiger, den Hund zu sehr in den Mittelpunkt stellt, so dass dieser nie gelernt hat, Frustration auszuhalten. Aus Frustration wird dann Aggression und nicht selten wird dann der Hund für sein aggressives Verhalten verantwortlich gemacht. Diese Hunde tun mir besonders leid, weil sie schlichtweg nicht erzogen, sondern nur verwöhnt worden sind.

 

Wenn das Kind aber nun schon in den Brunnen gefallen ist, der eigene Hund nicht mehr zu bändigen bzw. an irgendeinen Kontakt mit Artgenossen nicht im Entferntesten zu denken ist, was dann? Viele Hundebesitzer, mitunter auch Trainer, setzen bei aggressivem oder sogar ungehorsamen Verhalten des Hundes Würge- oder sogenannte Erziehungshalsbänder, Tritte in die Seite, Rasselketten etc. ein, Schreien die Hunde massiv an oder drohen ihnen, es werden halt alle möglichen Tricks angewandt, um das unerwünschte Verhalten zu unterbrechen. Das kann zwar durchaus in diesem Moment funktionieren, dass der Hund möglicherweise inne hält und seine Handlung abbricht. Nur ist es eine Frage der Zeit, wie lang. Das Problem ist, dass der Hund dudurch nicht lernt, welches Verhalten von ihm stattdessen verlangt wird in dieser einen brenzligen Situation. Er lernt nur, dass diese Situation (Hund am Zaun, Mann mit Stock, Briefträger etc.)  tatsächlich eine Gefahr bedeutet und zwar in Form von Schmerzen durch seinen Besitzer. Ein chinesischen Sprichwort besagt: „Man kann ein Pferd nicht mit Brüllen erziehen und dann erwarten, dass es auf Flüstern gehorcht.“ Das kann man natürlich auch auf unsere Hunde, Kinder etc. herunterbrechen. Deshalb setze ich in der Erziehung auf positive Motivation/Verstärkung und dass insbesondere vor dem Hintergrund, die vertrauensvolle Beziehung nicht zu gefährden. Unsere Schutzbefohlenen haben eine vernünftige und liebevolle Erziehung verdient.